Kinder dabei zu begleiten, ihren Weg in der Welt zu finden – das ist eine der schönsten und gleichzeitig wichtigsten Aufgaben in der frühen Bildung. Selbstregulationskompetenzen spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie helfen Kindern, ihre Gedanken zu ordnen, Gefühle zu verstehen, Impulse zu steuern, mit anderen in Verbindung zu treten und an sich selbst zu glauben.
In den praxisnahen Informationen wird aufgezeigt, was Selbstregulation ausmacht und weshalb sie eine fundamentale Basis für das Aufwachsen bildet. Die Fähigkeit, Aufmerksamkeit zu steuern, Frustration zu bewältigen und Ziele zu verfolgen, stärkt das Erleben von Selbstwirksamkeit. Damit einher geht die Entwicklung von Vertrauen in die eigene Person und in andere Menschen.
Im Kita-Alltag bedeutet das zum Beispiel:
- Kinder können im Spiel flexibel zwischen Aufgaben wechseln und sich auf Neues einlassen.
- Kinder merken: „Ich bin gerade wütend – und das ist okay.“ Sie lernen, sich zu beruhigen und mit ihrer Wut so umzugehen, dass sie sich selbst und anderen guttun.
- Kinder erzählen stolz, was sie heute geschafft haben, und entwickeln Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
- Kinder lösen Konflikte zunehmend selbst und unterstützen sich gegenseitig.
Die Integration achtsamer Momente gelingt ohne großen Aufwand in alltäglichen Situationen wie dem Anziehen, Aufräumen oder Entdecken. Hierfür steht eine Auswahl einfach umzusetzender Übungen zur Verfügung, die sich direkt in den pädagogischen Tagesablauf einfügen lassen.
Die Übungen decken die verschiedenen Bereiche der Selbstregulation ab:
- Kognitive Kompetenzen: Kinder lernen, ihre Aufmerksamkeit zu lenken, flexibel zu denken, Probleme zu lösen oder ihr eigenes Denken zu beobachten.
- Emotionsregulation: Kinder lernen Gefühle zu erkennen, auszudrücken und Strategien zur Beruhigung anzuwenden.
- Motivationale Kompetenzen: Kinder entwickeln eigene Ziele, gewinnen Zutrauen in sich selbst und lernen, stolz auf individuelle Fortschritte zu sein.
- Soziale Kompetenzen: Kinder orientieren sich in Gruppen, nehmen Rücksicht, lösen Konflikte und gewinnen Sicherheit in Beziehungen.
Zur effektiven Unterstützung von Selbstregulationsprozessen empfiehlt es sich, die verschiedenen Dimensionen der Selbststeuerung ganzheitlich zu betrachten.
Um Selbstregulationskompetenzen wirksam zu fördern, ist es wichtig, nachweislich wirksame Übungen und Programme einzusetzen. Soweit entsprechende Forschungsergebnisse vorliegen, sind diese in den jeweiligen Übungsbeschreibungen ausgewiesen. Ein Teil der Übungen entstammt umfassenderen, bereits evaluierten Programmen und wurde mit Hinweisen zur Evidenzlage zusammengestellt. Dazu zählen auch Programme aus dem englischsprachigen Raum, in dem die Förderung von Selbstregulationskompetenzen teilweise bereits stärker etabliert ist. Da sich die systematische Entwicklung und Evaluation von Selbstregulationskompetenzen als eigenständiger Förderbereich noch in einer frühen Phase befindet, ist die Zahl der bislang experimentell überprüften Übungen und Programme begrenzt. Ergänzend wurden daher weitere Übungen aufgenommen, deren Wirksamkeit aus wissenschaftlicher Perspektive plausibel erscheint. Für diese besteht ein ausdrücklicher Forschungsbedarf, der in zukünftigen Studien systematisch adressiert werden sollte.
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