PISA 2025 in Deutschland: Zehn zentrale Ergebnisse im Überblick

Was die neuen PISA-Daten über Leistung, Bildungsungleichheit und die Bedingungen des Lernens zeigen

Nahaufnahme einer Schülerin, die in ihr Heft schreibt.
© pexels, olly

Deutschlands 15-Jährige erreichen bei PISA 2025 in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebungen. Im OECD-Vergleich liegt Deutschland dennoch im Durchschnitt. Größer als in fast jedem anderen Land sind die Unterschiede nach sozialer Herkunft. Die zehn wichtigsten Befunde im Überblick.

1. Deutschland erreicht einen historischen Tiefstand – und liegt dennoch im OECD-Durchschnitt 

In allen drei Kompetenzbereichen erreichen Jugendliche in Deutschland den niedrigsten Leistungsstand seit Beginn der PISA-Erhebung. Besonders deutlich ist der Rückgang beim Lesen und in Mathematik. In den Naturwissenschaften liegen deutsche Jugendliche erstmals seit 2006 nicht mehr signifikant über dem OECD-Durchschnitt.

Der internationale Vergleich erzählt deshalb nur einen Teil der Geschichte: Deutschland liegt in allen drei Bereichen auf dem Niveau des OECD-Mittels und ist damit zwar nicht vom OECD-Feld abgehängt. Problematisch ist aber die eigene Entwicklung: Die Leistungskurve zeigt seit Jahren nach unten.

Grafik, PISA 2025
Daten/Grundlage: Greiff, S., Diedrich, J., Kastorff, T., Goldhammer, F. & Köller, O. (Hrsg.) (2026): PISA 2025: Bildung im Spannungsfeld von Innovation und Transformation. Waxmann. https://doi.org/10.31244/9783818852009, S. 34.

PISA

Seit 2000 vergleicht die internationale PISA-Studie die Kompetenzen 15-jähriger Schülerinnen und Schüler in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften und untersucht den Einfluss von Faktoren wie sozialer Herkunft und Lernbedingungen.

Der „PISA-Schock“ 2000 markierte für Deutschland einen Wendepunkt: Nach deutlichen Fortschritten in den 2000er- und frühen 2010er-Jahren zeigt sich seit 2018 erneut ein Abwärtstrend. 

PISA 2025

An der PISA-Studie nahmen mehr als 760.000 15-jährige Jugendliche aus 91 Staaten und Regionen teil, darunter 6.659 aus Deutschland. Im Mittelpunkt standen die Naturwissenschaften. Neu war das modellbasierte Problemlösen: Dabei geht es darum, komplexe Probleme mithilfe von Modellen und digitalen Werkzeugen zu strukturieren und Lösungen zu entwickeln.

PISA misst dabei nicht nur, was Jugendliche wissen und können. Die Studie erfasst auch, unter welchen Bedingungen sie lernen, in der Schule, im Elternhaus und mit digitalen Medien.

2. Mehr Jugendliche verfehlen die Basiskompetenzen, zugleich schrumpft die Leistungsspitze 

27 Prozent der Jugendlichen aus Deutschland erreichen in den Naturwissenschaften keine sicheren Basiskompetenzen. Beim Lesen sind es 32 Prozent, in Mathematik 34 Prozent. Besonders deutlich ist die Entwicklung beim Lesen: Seit 2015 hat sich der Anteil der Jugendlichen unterhalb der Basiskompetenzen nahezu verdoppelt. 

Gleichzeitig wird die Leistungsspitze kleiner. Nur sieben Prozent erreichen beim Lesen die Kompetenzstufen V und VI, acht Prozent in Mathematik und neun Prozent in den Naturwissenschaften. Damit verändert sich die Verteilung an beiden Enden: Mehr Jugendliche erreichen die grundlegenden Anforderungen nicht, während ebenfalls weniger Schülerinnen und Schüler besonders hohe Kompetenzen erreichen.  

Beim erstmals untersuchten modellbasierten Problemlösen (siehe Infobox oben) ist die Spannweite besonders groß. Deutschland erreicht mit 498 Punkten den OECD-Durchschnitt. Allerdings erreichen 24 Prozent der Jugendlichen die grundlegenden Anforderungen nicht, während 25 Prozent zur Spitzengruppe gehören.

3. Bildungsungleichheit wächst weiter 

Die soziale Herkunft wirkt sich in kaum einem anderen Land so gravierend auf den Bildungserfolg aus wie in Deutschland. In den Naturwissenschaften erreichen die 25 Prozent der sozial am stärksten privilegierten Jugendlichen durchschnittlich 561 Punkte, während die 25 Prozent der am stärksten benachteiligten Jugendlichen auf 436 Punkte kommen. Der Abstand von 125 Punkten ist der größte seit Beginn der PISA-Erhebungen; 2015 waren es 104 Punkte. 

Grafik, PISA 2025
Daten/Grundlage: Greiff, S., Diedrich, J., Kastorff, T., Goldhammer, F. & Köller, O. (Hrsg.) (2026): PISA 2025: Bildung im Spannungsfeld von Innovation und Transformation. Waxmann. https://doi.org/10.31244/9783818852009, S. 96. Eigene Darstellung nach Vorlage.

Diese Differenz zeigt sich in erheblichen Unterschieden bei den grundlegenden Fähigkeiten. Unter den 25 Prozent der sozial am stärksten benachteiligten Jugendlichen verfehlen 41 Prozent das Niveau der Basiskompetenzen. In der Gruppe der am stärksten privilegierten Jugendlichen trifft dies auf acht Prozent zu. Gleichzeitig erreichen 25 Prozent dieser privilegierten Gruppe die höchsten Kompetenzstufen V und VI, während dieser Anteil bei den benachteiligten Jugendlichen lediglich zwei Prozent beträgt. 

Auch beim Zuwanderungshintergrund zeigen sich Unterschiede, doch sie werden kleiner, wenn soziale Herkunft, Sprache, Einwanderungsalter und Bildungsbiografie berücksichtigt werden. Entscheidend ist damit weniger, woher Jugendliche kommen, als unter welchen Bedingungen sie aufwachsen.

Grafik, PISA 2025
Daten/Grundlage: Greiff, S., Diedrich, J., Kastorff, T., Goldhammer, F. & Köller, O. (Hrsg.) (2026): PISA 2025: Bildung im Spannungsfeld von Innovation und Transformation. Waxmann. https://doi.org/10.31244/9783818852009, S. 96. Eigene Darstellung nach Vorlage.

4. Mädchen lesen besser, Jungen rechnen und lösen Probleme besser

Einen einheitlichen Geschlechterunterschied gibt es nicht. In den Naturwissenschaften liegen Mädchen und Jungen nahezu gleichauf. Beim Lesen sind Mädchen dagegen deutlich stärker, während Jungen in Mathematik und beim modellbasierten Problemlösen vorn liegen. 

Besonders auffällig ist, wie sich diese Unterschiede bei den Basiskompetenzen zeigen: Jungen verfehlen häufiger das grundlegende Niveau im Lesen, bei Mathematik ist es umgekehrt. 

PISA kann nicht erklären, wie diese Unterschiede entstehen. Forschung verweist neben individuellen Voraussetzungen auch auf Selbstbilder, Erwartungen und Geschlechterstereotype. Sie können beeinflussen, wie Jugendliche ihre Fähigkeiten einschätzen, welche Fächer sie interessant finden und welche Bildungswege sie wählen. 

5. Jugendliche fühlen sich ihrer Schule überwiegend zugehörig 

Das schulische Zugehörigkeitsgefühl ist in Deutschland vergleichsweise hoch und liegt über dem OECD-Durchschnitt. Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien fühlen sich ihrer Schule allerdings weniger verbunden. Weniger positiv fällt der Blick auf die Lebenszufriedenheit aus. Auf einer Skala von null bis zehn kommen Jugendliche in Deutschland im Schnitt auf 6,83 Punkte – und damit auf einen niedrigeren Wert als im OECD- und EU-Durchschnitt (7,22 bzw. 7,24 Punkte). Zwar hat sich die Lebenszufriedenheit nach dem Tiefpunkt während der Pandemie bis 2025 wieder etwas erholt, das frühere Niveau ist jedoch noch nicht erreicht. 

Auch Mobbing bleibt ein Problem. Jugendliche in Deutschland berichten im internationalen Vergleich überdurchschnittlich häufig von Bullying. Und es zeigt sich ein Zusammenhang mit den schulischen Leistungen: Je häufiger Jugendliche Mobbingerfahrungen machen, desto niedriger fallen im Schnitt ihre naturwissenschaftlichen Kompetenzen aus. 

6. Das Interesse an Naturwissenschaften steigt – das Selbstvertrauen hält nicht Schritt 

Jugendliche in Deutschland zeigen heute mehr Freude und Interesse an Naturwissenschaften als noch 2015. Beide Werte liegen nun etwa auf OECD-Niveau. Das Vertrauen in die eigenen naturwissenschaftlichen Fähigkeiten ist dagegen etwas schwächer ausgeprägt. 

Dabei zeigen sich klare Zusammenhänge: Jugendliche mit höherer Selbstwirksamkeit sowie mehr Freude und Interesse erreichen im Durchschnitt höhere naturwissenschaftliche Kompetenzen.  

Auch hier gibt es soziale Unterschiede: Jungen und Jugendliche aus privilegierteren Familien berichten häufiger von höherer naturwissenschaftlicher Selbstwirksamkeit. 

7. Unterrichtsqualität: Bei Klassenführung und Unterstützung liegt Deutschland zurück 

PISA hat Schülerinnen und Schüler auch zur Unterrichtsqualität befragt. Bei Klassenführung und Unterstützung durch Lehrkräfte fallen die Einschätzungen in Deutschland ungünstiger aus als im OECD-Durchschnitt. Bei der kognitiven Aktivierung liegt Deutschland ungefähr auf OECD-Niveau. 

Am deutlichsten mit den naturwissenschaftlichen Leistungen hängt die Klassenführung zusammen: Schülerinnen und Schüler, die ihren Unterricht in dieser Hinsicht besser bewerten, erreichen im Schnitt auch höhere Punktzahlen.  

Allerdings lässt sich daraus nicht ableiten, dass bessere Klassenführung automatisch zu besseren Leistungen führt. PISA misst statistische Zusammenhänge, keine Ursache-Wirkungs-Beziehungen. 

8. Schulart entscheidet maßgeblich über das Kompetenzniveau

Das gegliederte Schulsystem in Deutschland wirkt sich direkt auf die Leistungsdaten aus. Jugendliche an Gymnasien erzielen in den Naturwissenschaften, im Lesen und in der Mathematik signifikant höhere Kompetenzwerte als Gleichaltrige an nicht-gymnasialen Schularten. Während Schülerinnen und Schüler an Gymnasien überdurchschnittlich oft die hohen Kompetenzstufen V und VI erreichen, verfehlt an den nicht-gymnasialen Schularten ein substanziell höherer Anteil der Jugendlichen die sicheren Basiskompetenzen. Die besuchte Schulart korreliert zudem eng mit dem sozioökonomischen Status. Die Daten belegen, dass die institutionelle Trennung die bestehende Bildungsungleichheit strukturell verstärkt, da sich leistungsstärkere und sozial privilegiertere Jugendliche in hohem Maße an Gymnasien konzentrieren.

9. Bei digitalen Medien kommt es auf die Bedingungen an 

Deutschlands Schulen nutzen digitale Medien ungefähr so häufig wie der OECD-Durchschnitt, doch vielerorts fehlen die Voraussetzungen dafür. Nur 61 Prozent der Jugendlichen sagen, dass digitale Medien an ihrer Schule zuverlässig funktionieren, 51 Prozent berichten von ausreichender technischer Unterstützung. PISA deutet zugleich darauf hin, dass nicht die Häufigkeit der Nutzung entscheidend ist, sondern die Qualität der Rahmenbedingungen.  

Auch Künstliche Intelligenz ist inzwischen Teil des schulischen Alltags: 36 Prozent der Jugendlichen nutzen sie mindestens wöchentlich für schulische Aufgaben. Häufigere KI-Nutzung steht mit geringerer naturwissenschaftlicher Kompetenz in Zusammenhang; die entsprechenden Jugendlichen erreichen im Schnitt rund 13 Punkte weniger. Daraus lässt sich jedoch kein Ursache-Wirkungs-Zusammenhang ableiten. Möglich ist auch, dass Jugendliche mit größeren Lernproblemen häufiger zu KI greifen. 

10. Die Bildungserwartungen der Eltern unterscheiden sich stark 

Die familiäre Unterstützung fällt in Deutschland geringer aus als in vielen anderen OECD-Staaten. 53 Prozent der Jugendlichen geben an, dass ihre Eltern oder andere Familienangehörige mindestens einmal pro Woche mit ihnen über ihre schulische Entwicklung sprechen. Im OECD- und EU-Durchschnitt liegt der Anteil höher.  

Noch größer ist der Abstand bei den Bildungszielen, die Jugendliche bei ihren Eltern wahrnehmen. Nur elf Prozent sagen, dass ihre Eltern für sie einen Hochschulabschluss oder einen höheren Bildungsabschluss erwarten. Im OECD-Durchschnitt sind es 51 Prozent. 

Dabei zeigt sich ein deutlicher Zusammenhang mit den Leistungen: Jugendliche, die bei ihren Eltern höhere Bildungsziele wahrnehmen, erreichen in den Naturwissenschaften im Schnitt höhere Kompetenzwerte. Der Unterschied beträgt bis zu 39 Punkte. 

Was folgt aus PISA 2025? 

PISA liefert keine fertige Reformagenda. Der Berichtsband benennt jedoch Handlungsfelder: Basiskompetenzen sollen früher erkannt und gezielter gefördert, Schulen mit schwierigen Ausgangslagen stärker unterstützt und Schulen datengestützt weiterentwickelt werden. Auch die Bedingungen außerhalb der Schule nimmt der Bericht in den Blick.  

Dabei geht es nach Einschätzung der Autoren weniger um die nächste große Reform als um die konsequente Weiterentwicklung und gezielte Umsetzung bestehender Ansätze. Die Befunde machen zugleich deutlich, wo der Handlungsbedarf besonders groß ist: bei den grundlegenden Kompetenzen – und bei den ungleichen Bildungschancen. 

  • Greiff, S., Diedrich, J., Kastorff, T., Goldhammer, F., & Köller, O. (Hrsg.). (2026). PISA 2025: Bildung im Spannungsfeld von Innovation und Transformation. Waxmann. https://doi.org/10.31244/9783818852009