Fördern statt überfordern: Wie Kinder an realistischen Zielen wachsen können

Eltern wollen oft nur das Beste – doch zu viel Druck kann Lernfreude und Wohlbefinden gefährden.

Ann-Kathrin Bielang

Lesezeit: 11 Minuten
Eine Mutter unterstützt ihrer Tochter bei den Hausaufgaben. © pexels Annushka Ahuja

Redaktion: Frau Professorin Sakaki, Sie erforschen die Rolle von Eltern für den Lernerfolg ihrer Kinder. In Ihrer aktuellen Studie steht der Einfluss elterlicher Erwartungen auf die Emotionen der Kinder im Fokus. Warum gerade Emotionen?

Prof. Dr. Michiko Sakaki: Lange Zeit wurden Emotionen in wissenschaftlichen Studien als Folge von Erfolg oder Misserfolg betrachtet – also nicht als etwas, das den Lernprozess selbst beeinflusst, sondern lediglich als dessen Ergebnis. Doch in den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass Emotionen tatsächlich einen direkten Einfluss auf das Lernen haben. Forschungen belegen, dass positive Emotionen wie Freude beim Lernen zu besseren Leistungen führen. Umgekehrt zeigen Studien, dass negative Emotionen mit schlechteren Lernergebnissen verbunden sind. 

Redaktion: Woran liegt das?

Sakaki: Ein zentraler Faktor ist die Motivation: Negative Emotionen wie Angst, Scham, Wut, Langeweile und Hoffnungslosigkeit erschweren es den Schülerinnen und Schülern, eine intrinsische Motivation für das Lernen zu entwickeln. Statt aus Interesse zu lernen, führen negative Emotionen zu extrinsischer Motivation. In diesem Fall konzentrieren sich Schülerinnen und Schüler vor allem darauf, Misserfolge und die damit verbundene Angst zu vermeiden. Positive Emotionen wie Freude und Stolz hingegen fördern die intrinsische Motivation – Schülerinnen und Schüler lernen aus eigenem Antrieb und Interesse.

Ein weiterer wichtiger Mechanismus ist die selbstregulierte Lernstrategie: Positive Emotionen gelten als förderlich dafür, dass Schülerinnen und Schüler kreativer und flexibler agieren und ihre kognitiven Ressourcen besser erhalten können. Dadurch sind sie eher in der Lage, anspruchsvolle, aber hilfreiche Lernstrategien anzuwenden – etwa Elaborieren, metakognitive Überwachung oder das Strukturieren von Lerninhalten. Zudem wird angenommen, dass positive Emotionen es ermöglichen, Lernstrategien flexibel je nach Bedarf zu wechseln. Negative Emotionen hingegen führen häufig zu einem Rückgang kognitiver Ressourcen – etwa durch Grübeln oder gedankliches Abschweifen. Dadurch greifen Schülerinnen und Schüler oft auf weniger wirksame, aber einfache Methoden zurück, wie etwa das bloße Auswendiglernen.

Redaktion: Sie haben untersucht, wie sich die Erwartungen von Eltern auf die Emotionen ihrer Kinder auswirken. Was sind die zentralen Ergebnisse Ihrer Studie?  

Sakaki: Wir haben festgestellt, dass hohe Erwartungen der Eltern kurzfristig, also im gleichen Schuljahr, positive Effekte haben. Die Schülerinnen und Schüler erlebten mehr Freude und Stolz beim Lernen sowie weniger Ärger, Angst oder Hoffnungslosigkeit. Nach einem Jahr zeigte sich jedoch ein gegenteiliges Muster: Wenn Eltern ihre hohen Erwartungen vom Vorjahr aufrecht erhielten, führte dies zu mehr Ängstlichkeit und weniger Stolz. Diese unterschiedlichen Effekte deuten darauf hin, dass hohe Erwartungen zwar kurzfristig motivierend wirken können, langfristig jedoch zu erhöhtem Stress und Leistungsdruck führen.

Die Studie

Die Studie untersuchte den Zusammenhang von Erwartung und Emotionen anhand von Daten aus dem Project for the Analysis of Learning and Achievement in Mathematics (PALMA). Diese Längsschnittstudie verfolgte die Entwicklung deutscher Schülerinnen und Schüler im Fach Mathematik von der 5. bis zur 10. Klasse und erfasste jährlich elterliche Erwartungen, Aspirationen, Schulnoten und Leistungsemotionen in Mathematik. Die repräsentative Stichprobe umfasst Schülerinnen und Schüler aus 42 Schulen in Bayern. Elterliche Erwartungen wurden mit einem Item erfasst, bei dem Eltern angaben, welche Note sie für ihr Kind in Mathematik für möglich hielten, und der elterliche Wunsch mit einem weiteren Item, bei dem die gewünschte Note angegeben wurde.

Redaktion: Worin liegen die Ursachen für diesen zeitlichen Unterschied?

Sakaki: Die kurzfristigen, positiven Effekte lassen sich mit dem Konzept der Selbstwirksamkeit erklären, das der Psychologe Albert Bandura aufgestellt hat. Demnach entsteht Selbstwirksamkeit unter anderem durch die Kommunikation mit Bezugspersonen. Wenn Eltern an die Fähigkeiten ihrer Kinder glauben, geben sie diesen Glauben durch verschiedene Verhaltensweisen an ihre Kinder weiter – etwas durch ermutigende Worte wie „Du kannst das“. Gleichzeitig unterstützen Eltern ihre Kinder auch durch ihr Verhalten, etwa bei den Hausaufgaben, in einer Weise, die mit ihren Erwartungen übereinstimmt. Dadurch können sie implizit und explizit das Verhalten ihrer Kinder beeinflussen und deren Überzeugung stärken, was zu mehr positiven und weniger negativen Emotionen führt.

Redaktion: Wie erklären Sie sich die langfristigen Effekte?

Sakaki: In der Forschung wird schon länger diskutiert, dass hohe elterliche Erwartungen ein Risikofaktor für Angst und Depression bei Kindern und Jugendlichen sein können. Wenn Eltern hohe Erwartungen haben oder Kinder glauben, diese nicht erfüllen zu können, entwickeln sie allmählich Ängste und depressive Symptome. Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass die Erwartungen der Eltern zu hoch sind und Kinder mit der Zeit erkennen, dass sie diese nicht erfüllen können. Eine weitere Möglichkeit ist, dass hohe Erwartungen der Eltern Perfektionismus bei Kindern fördern. Wenn Eltern hohe Maßstäbe setzen, könnte dies dazu führen, dass Kinder ihre eigenen Standards anpassen und strenger mit sich selbst werden, was wiederum Angst und Stress auslösen kann. Das passiert jedoch nicht über Nacht, weshalb sich diese Effekte erst nach einer bestimmten Zeit zeigen.

Redaktion: Welche Empfehlungen leiten Sie aus Ihren Ergebnissen für Eltern ab? Wie können Eltern ihre Kinder motivieren, ohne sie unter Druck zu setzen?  

Sakaki: Zunächst ist es mir wichtig zu betonen, dass es nicht schädlich ist, wenn Eltern an die Fähigkeiten ihrer Kinder glauben – solange ihre Erwartungen realistisch bleiben. Das eigentliche Risiko entsteht, wenn Wunsch, Erwartung und Realität auseinanderklaffen. In unserer Studie haben wir festgestellt, dass eine Diskrepanz zwischen dem Wunsch der Eltern und ihren realistischen Erwartungen mit stärkeren negativen und schwächeren positiven Emotionen bei den Kindern im selben Schuljahr einhergeht. Ein Beispiel: Wenn Eltern realistisch eine 2 in Mathematik erwarten, sich aber eine 1 wünschen und diesen Wunsch immer wieder betonen, kann das bereits problematisch werden.

Wenn Eltern sich jedoch bewusst machen, an welchen Stellen ihre Wünsche möglicherweise unrealistisch hoch sind, kann das ein erster wichtiger Schritt sein, um unnötigen Druck zu vermeiden.

Prof. Dr. Michiko Sakaki

Redaktion: Wie gelingt es Eltern, ein realistisches Bild von den Fähigkeiten ihrer Kinder zu entwickeln?

Sakaki: Das ist gar nicht so leicht zu beantworten. In der Psychologie ist bereits seit Jahrzehnten das Konzept der positiven Illusionen bekannt. Das bedeutet, dass Menschen dazu neigen, sich selbst als überdurchschnittlich gut einzuschätzen. Einerseits kann das auf lange Sicht nachteilig sein, andererseits dient es als Schutzmechanismus für das Selbstwertgefühl. Diese positive Illusion zeigt sich sogar im Hinblick auf die eigenen Kinder: Eltern neigen dazu, nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Kinder in einem positiven Licht zu sehen und entsprechend optimistische Überzeugungen zu entwickeln. 
Daher ist es nur natürlich, dass Eltern eine positive Wahrnehmung ihrer Kinder haben und an deren Potenzial glauben. Gerade deshalb fällt es vielen Eltern auch schwer, ihre Erwartungen zu senken – einfach weil sie oft tief verwurzelt sind.

Wenn Eltern sich jedoch bewusst machen, an welchen Stellen ihre Wünsche möglicherweise unrealistisch hoch sind, kann das ein erster wichtiger Schritt sein, um unnötigen Druck zu vermeiden. Auch wenn es nicht leicht ist, Erwartungen zu senken, können Eltern dennoch ihre Art der Kommunikation und den Umgang mit ihren Kindern so verändern, dass negative Emotionen reduziert und positive Emotionen gefördert werden. Die Selbstbestimmungstheorie betont zum Beispiel, dass die Autonomie von Schülerinnen und Schülern entscheidend für ihr Wohlbefinden ist. Eltern können daher ihr eigenes Verhalten und ihre Ausdrucksweise reflektieren, um weniger kontrollierend und stattdessen unterstützend im Sinne der Autonomie ihrer Kinder zu wirken.

Studie zeigt: Zeugnisse verbessern die schulische Leistungseinschätzung

Eine kürzlich vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) veröffentlichte Untersuchung zeigt, dass viele Eltern – besonders aus bildungsfernen oder zugewanderten Familien – die schulischen Leistungen ihrer Kinder überschätzen. Diese Fehleinschätzung kann dazu führen, dass Kinder nicht ausreichend gefördert werden. Als zentrale Ursache identifizieren die Autorinnen unklare Leistungsrückmeldungen durch die Schule: Verbal formulierte Zeugnisse werden häufig missverstanden oder fehlinterpretiert. Die auf Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS) basierende Untersuchung konzentriert sich auf das erste Grundschuljahr und zeigt, dass klare Rückmeldeformate wie Noten, Skalen oder persönliche Gespräche das tatsächliche Leistungsniveau besser vermitteln und so das elterliche Engagement gezielt fördern können.

Redaktion: Gibt es gesellschaftliche Faktoren, die dazu beitragen, dass Eltern unrealistische hohe Leistungen erwarten?

Sakaki: Eine aktuelle Studie auf Grundlage mehrerer Metaanalysen zeigt, dass das durchschnittliche Niveau elterlicher Erwartungen zwischen 1989 und 2019 gestiegen ist. Die genaue Ursache dafür ist bislang unklar. Die Autorinnen und Autoren der Studie vermuten, dass unter anderem die zunehmende Wettbewerbsorientierung, wachsende soziale Ungleichheit und ein stärkerer Fokus auf Individualismus in der heutigen Gesellschaft eine Rolle spielen könnten. Auch die Nutzung sozialer Netzwerke könnte diesen Trend beeinflussen – etwa durch den zunehmenden Druck, Erfolge öffentlich zur Schau zu stellen. 
Bislang handelt es sich dabei jedoch um Vermutungen.

Redaktion: Wie werden Sie diesen Trend weiter erforschen?

Sakaki: Die Daten unserer Analyse wurden vor etwa zehn Jahren gesammelt, seitdem könnten sich viele Faktoren, wie Eltern-Kind-Interaktionen und Schulerfahrungen, verändert haben – insbesondere während und nach der Pandemie. Daher ist es wichtig, aktuelle Analysen durchzuführen, um zu überprüfen, ob die früheren Muster noch bestehen oder ob sich neue Trends entwickelt haben.

Redaktion: Frau Professorin Sakaki, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

Zur Person

Michiko Sakaki ist Tenure-Track-Professorin für Educational Neuroscience and Cognitive Psychology an der Universität Tübingen. In ihrer Forschung befasst sie sich damit, wie Emotionen kognitive Prozesse wie zum Beispiel Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Entscheidungsfindung beeinflussen.

Original Interview

Encouraging Rather Than Overburdening: How Children Can Grow Through Realistic Goals

Parents often have an unrealistic perception of their children’s abilities – many overestimate their academic performance, as a recent study by the Federal Institute for Population Research shows. A study conducted by the University of Tübingen examines the effects that unrealistic expectations can have on learning success and emotional well-being. The result: high parental expectations can lead to long-term stress and pressure to perform. Professor Michiko Sakaki explains why this is the case and what parents should pay attention to.

Editor: Professor Sakaki, you are researching the role of parents in their children's academic success. In your recent study, the focus is on how parental expectations affect children's emotions. Why focus on emotions?

Prof. Dr. Michiko Sakaki: For a long time, emotions were considered a result of success or failure in academic studies — not something that directly influences the learning process itself, but just its outcome. However, recent research has shown that emotions indeed have a direct impact on learning. Studies have proven that positive emotions, such as joy during learning, lead to better performance. Conversely, studies show that negative emotions are associated with poorer learning outcomes.

Editor: What is the reason for this?

Sakaki: A key factor is motivation. Negative emotions such as anxiety, shame, anger, boredom, and hopelessness make it harder for students to develop intrinsic motivation for learning. Instead of learning out of interest, they lead to extrinsic motivation to avoid failure or lack of any motivation. Positive emotions, like joy and pride, on the other hand, foster intrinsic motivation — students learn out of their own drive and interest.

Another important mechanism is self-regulated learning strategies: Positive emotions are considered to enable students to be more creative and flexible as well as preserve cognitive resources; this enables students to use cognitively effortful but useful strategies for learning – such as elaboration, metacognitive monitoring, and organization. In addition, positive emotions are thought to enable students to flexibly switch strategies depending on their needs. Negative emotions, however, often reduce cognitive resources due to mind wandering or rumination. The lack of cognitive resources makes it difficult for students to use strategies that require cognitive resources; thus they often stick to just strategies that are not effective but easy to use, such as rote memorization.

Editor: You have studied how parental expectations influence children's emotions. What are the key findings of your study?

Sakaki: We found that high parental expectations have short-term positive effects, meaning within the same school year. The students experienced more joy and pride in learning, with less anger, fear, or hopelessness when their parents held more positive expectations. However, after one year, a contrary pattern emerged: High parental expectations from the previous year led to stronger anxiety and weaker pride. These different effects suggest that while high expectations can be motivating in the short term, they ultimately lead to increased stress and pressure in the long term.

The Study

The study investigated the relationship between expectations and achievement-related emotions using data from the Project for the Analysis of Learning and Achievement in Mathematics (PALMA). This longitudinal study followed the development of German students in mathematics from grades 5 to 10, recording parental expectations, aspirations, school grades, and achievement-related emotions in mathematics annually. The representative sample includes students from 42 schools in Bavaria. Parental expectations were measured with a question asking parents what grade they thought their child could achieve in mathematics, and the parental wish was recorded with another question asking what grade they desired for their child.

Editor: What are the causes of this time difference?

Sakaki: The short-term positive effects can be explained by the concept of self-efficacy, which was developed by psychologist Albert Bandura. According to this, self-efficacy arises partly through communication with significant others. When parents believe in their children's abilities, they transmit this belief through various behaviors — such as encouraging words like "You can do it." At the same time, parents support their children’s efforts, for example, with homework, in ways that align with their expectations. In doing so, they can implicitly and explicitly influence their children's behavior and strengthen their belief in their abilities, leading to more positive and fewer negative emotions.

Editor: How do you explain the long-term effects?

Sakaki: Research from clinical psychology has long discussed that high parental expectations can be a risk factor for anxiety and depression in children and adolescents. When parents have high expectations, or children believe they can't meet them, they gradually develop anxiety and depressive symptoms. One possible explanation is that parents' expectations may be too high, and children eventually realize they cannot meet them. Another possibility is that high expectations foster perfectionism in children. If parents set high standards, this may lead children to adjust their own standards and become stricter with themselves, triggering anxiety and stress. However, this doesn’t happen overnight, which is why these effects emerge after some time.

Editor: What recommendations can you draw from your findings for parents? How can parents motivate their children without pressuring them?

Sakaki: First, it is important for me to emphasize that it is not harmful if parents believe in their children's abilities — as long as their expectations remain realistic. The real risk arises when expectations, desire and reality are out of alignment. In fact, in our study, we also found that when parents’ wishes exceeded their own expectations, this gap is predictive of stronger negative emotions and weaker positive emotions even in the same school year. For example, if parents realistically expect a 2 (good) in mathematics but wish for a 1 (very good) and keep reinforcing that wish, it can become problematic even for a short term.

Editor: How can parents develop a realistic view of their children's abilities?

Sakaki: That’s not easy to answer. In psychology, the concept of "positive illusions" has been identified for decades. This refers to the tendency of people to overestimate their abilities. On the one hand, this can be disadvantageous in the long run, but on the other hand, it serves as a protective mechanism for self-esteem. This positive illusion has observed even for one’s children; parents tend to have positive beliefs and perceptions not only for themselves but also for their children. Therefore, it would be natural that parents would have a positive perception of their children and believe in their potential and it would be hard for parents to lower their expectations — simply because they are often deeply ingrained.

However, if parents become aware of where their wishes may be unrealistically high relative to their own expectations, that can be a first step in avoiding putting unnecessary pressure on their children. Even if it’s not easy to lower expectations, it is also possible for parents to change the way to interact with children to avoid negative emotions and support positive emotions. For example, the self-determination theory suggests that students’ autonomy is crucial to support their wellbeing. Parents can monitor their own behavior and communications so that they are not too controlling but supportive for students’ autonomy.

Editor: Are there societal factors contributing to parents expecting unrealistic high achievements?

Sakaki: A recent study based on meta-analyses revealed that the average levels of parental expectations have risen between 1989 and 2019. The exact reason for this is still unclear. The authors of the paper argue that this may be due to the increased competitiveness, increased inequality, and greater focus on individualism in the modern society. The pressure we feel today to publicly display our success could contribute to this phenomenon. But for now, this remains speculation.

Study Shows: Report Cards Improve Parents’ Assessment of Academic Performance

A recent study published by the Federal Institute for Population Research (BiB) reveals that many parents tend to overestimate their children’s school performance. This misjudgment can result in insufficient support for the children. The authors identify unclear feedback from schools as the main cause: verbally phrased report cards are often misunderstood or misinterpreted. Based on data from the National Education Panel Study (NEPS), the investigation focuses on the first year of primary school and shows that clear feedback formats such as grades, scales, or personal meetings better convey the actual performance level and can thus effectively encourage parental involvement.

Editor: How do you plan to continue researching this trend? 

Sakaki: The data from our analysis were collected about ten years ago, and since then, many factors, such as parent-child interactions and school experiences, may have changed — especially during and after the pandemic. Therefore, it’s important to conduct current analyses to see whether the earlier patterns still exist or if new trends have developed.

Redaktion: Professor Sakaki, we thank you for this conversation.